Symposion

Der Beginn für das päderastische Kopfverdrehen liegt in der griechischen Philo-Sophia, der Liebe zum Wissen. Es ist Platons wichtige Schrift Symposion (Gastmahl), in der aus der realen Begierde nach dem schönen Knaben ein vermeintlich platonischer Eros wird. Auf Platon beziehen sich renommierte (Reform-)Pädagogen wie Gustav Wyneken oder Hartmut von Hentig – aber auch Gerold Becker, der Schulleiter der Odenwaldschule und hundertfache Missbrauchstäter.

Ausriss aus einem Interview auf der Leipziger Buchmesse 2015

Das Gastmahl wird nicht unter der Ladentheke vertrieben, sondern steht in den Bücherschränken der Bildungsbürger und darf in keiner Klassikersammlung fehlen. Es gilt als Quellentext der abendländischen Philosophie. Aber es wäre besser, wenn sich die Erkenntnis durchsetzte, dass diese Philosophie auch eine „Phallosophie“ war, wie es 1Martin Burckhardt nennt. Das pädosexuelle Skript des Symposions haben Pädagogen und Philosophen den Lesern nämlich allzuoft vorenthalten. Der „pädagogische Eros“ ist eine Tarnideologie, um Übergriffigkeit in pädagogischen Situationen zu legitimieren. Das ist nicht zweieinhalb Jahrtausende alt, sondern – leider – sehr aktuell. Ich hatte das Missvergnügen, mitten in der Aufklärung eines der schlimmsten Missbrauchssysteme der Republik, der Odenwaldschule Oberhambach, einer Veranstaltung beizuwohnen, die den „pädagogische Eros“ trotzig als unverzichtbares Element der Erziehung feierte. Es war kein Päderastenclub, der da tagte, sondern die „Deutsche Gesellschaft für Erziehungswissenschaft“, jene Zunft also, welche die gut 800 000 deutschen Lehrer auf den Unterricht mit den Schülern des beginnenden 21. Jahrhunderts vorbereitet.

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