Lolita

Die vermeintlich verführerische Lolita gibt es zunächst nicht als reale Person. Da ist einfach ein Kind, das Seilhüpfen spielt oder ein Mädchen, das im Zug sitzt und in den Hauch seines Atems ein paar Worte ins Fenster schreibt. Zu einer KindFrau, die zugleich sexuelle Wünsche entfacht, wird sie erst im Kopf des Begehrenden. 1„Zwischen den Altersgrenzen von neun und vierzehn gibt es Mädchen, die gewissen behexten, doppelt oder vielmal so vielen Wanderern ihre wahre Natur zeigen“, lässt Nabokov seinen Humbert sagen. „Sie ist nicht menschlich, sondern nymphisch (das heißt dämonisch); und ich schlage vor, diese auserwählten Geschöpfe Nymphchen zu nennen.“

Lolita und der schöne Knabe sind Projektion, aber sie sind auch sehr real, wenn es zu dem kommt, was die 68er „Sex mit Kindern“ nannten und die alten Griechen „Knabenliebe“.

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