„Müssen annehmen, dass es Kinderprostitution aus der AL heraus gab““

Kriminelle Pädosexuelle unterwanderten die frühen Grünen und bauten auf der angeblichen sexuellen Befreiung auf. Ähnliche Ideologie in der Netzbewegung : digitaler Exhibitionismus

(Interview mit Michael Gabel aus der Märkischen Oderzeitung vom 15. Juno 15)

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Herr Füller, Kirche, Reformschulen, Grüne – warum sind solche Gemeinschaften besonders anfällig für Kindesmissbrauch?

Weil diese Institutionen Machtdifferenzen zulassen. Am Ende ist es immer ein Machtmissbrauch von – meistens – Männern, die sich an Jungs vergehen.

Sind die Fälle alle ähnlich gelagert?

Nein. Wenn man sich die liberale Odenwaldschule anschaut, da gab es keine Zäune oder Kirchenmauern drumherum. Wieso liefen die Kinder ihren Tätern in dieser hochdemokratischen Schule also nicht einfach davon? Das liegt daran, dass sie mit Ideologie betäubt wurden. Reformpädagogen machten den Kindern weis, dass „Sex mit Erwachsenen“ etwas Gutes, etwas Höheres sei. Man hat den Kindern und Jugendlichen eingeredet, nur die heutige Gesellschaft würde intime Kontakte zwischen Männern und Jungen als etwas Schlechtes verdammen. In Wahrheit sei Knabenliebe unter den Griechen ganz normal gewesen – also etwas Gutes.

Und in der Kirche war das anders?

Das Kloster Ettal sieht mit seinen Mauern nicht nur wie ein Gefängnis aus. Missbrauch ist dort anders, er braucht keine Streichelideologie: Viele von den Priestern kommen über die körperliche Züchtigung zum sexuellen Missbrauch. Bei den Grünen, den Reformpädagogen, den Kinderläden der Alt-68er hingegen gehörten die intime Annäherung an Kinder gewissermassen zum Kulturprogramm.

Für die Kinder ist aber beides gleich schlimm?

Die schlimmste Verletzung ist doch, dass diese Kinder betrogen werden – oft um ihr ganzes Leben. Viele merken oft erst als Erwachsene, wenn sie ihre eigene Sexualität zu leben beginnen, dass es gar kein Sex war, was man mit ihnen gemacht hat. Aber natürlich gab es etwa bei den Grünen auch Gewalt. Schauen wir uns die Alternative Liste, die AL, in Berlin in den 1980ern an. Wir wissen, dass der Haupttäter nicht nur Jungen für den eigenen Zweck missbrauchte und grünen Parteifreunden zur Verfügung stellte. Er hat Kinder auch Freiern am Bahnhof Zoo zugeführt. Wir müssen also davon ausgehen, dass es Kinderprostitution aus der AL heraus gab.

Wieso spielen die Grünen bei diesen Vorgängen eine so große Rolle?

Es gab ein Vorglühen bei den 68ern. Sie propagierten die „sexuelle Befreiung“ des Kindes als gesellschaftlichen Aufbruch. Das Kind sollte nicht mehr in der prüden Kleinfamilie aufwachsen, sondern proaktiv zu Sexspielchen gebracht werden. Mit Erziehern, mit den Eltern. Das war die Grundidee, die aber gar nicht so sehr praktiziert, sondern eher phantasiert wurde. Zehn Jahre später unterwanderten dann aber kriminelle Pädosexuelle die Grünen und bauten auf dieser angeblichen Befreiung auf.

Und die nicht-pädosexuellen Grünen, die ja die große Mehrheit bildeten, haben das toleriert?

Ja. Die Grünen waren eine junge Partei, die viele Strömungen aufsog, um überhaupt eine kritische Masse zu erreichen. Da wurde niemand ausgegrenzt – selbst Päderasten nicht. Kindesmissbrauch ist aber ganz gewiss keine grüne Erfindung. Es strömten von außen Pädosexuelle ein, um in der Partei zu wirken. Das sind übrigens keine Pädophilen mehr, die ja nichts für ihre unausgelebte Neigung können. Das sind Pädosexuelle, die ihre Neigungen durchsetzen – oft brutal.

Bei der Wandervogel-Bewegung vor dem Ersten Weltkrieg gab es angeblich Pädosexuelle, die nicht mal mit zum Wandern gingen.

Ja, typisch. Egal, welche der Protestbewegungen man untersucht – die Haupttäter sind oft von außen eingesickert. Manchen, die sich in die Grünen einschlichen, war es völlig egal, ob die Kröten oder Hummeln schützen. Die sagten, wir wollen da rein, weil mit den blinden Grünen eine neue Sexualpolitik machbar ist – die Abschaffung des Sexualstrafrechts.

Es hat verschiedene Aufklärungsversuche gegeben. Ist da genug geschehen?

Es gibt viele Anläufe, die in meinen Augen nicht besonders professionell sind. Die Odenwaldschule hat nach fünf Jahren immer noch keinen offiziellen Aufklärungsbericht. Auch die Kirche hat es bisher nicht geschafft, so etwas vorzulegen. Die Grünen haben Berichte versucht, die gut gemeint sind. Aber wie viele Opfer gab es nun bei der AL? 1000? Die Zahl wird genannt – und dann wieder dementiert.

In Ihrem Buch schreiben Sie, dass das Thema Pädosexualität durch das Internet eine neue Dimension erreicht. Inwiefern?

In den Kinder- und Jugendchats treiben jede Menge Erwachsene ihr Unwesen. Die geben sich einen Avatar-Namen wie „maxi15“ und chatten dann mit jungen Mädchen. Es kommt sehr schnell zu sexualisierten Fragen – und zu Verabredungen.

Aber bei überwachten Chats besteht doch die Möglichkeit zu melden, wenn etwas schiefläuft.

Ja, aber das ist doch ein Witz. Es ist aufwändig und führt zu keinem vernünftigen Ergebnis. Deshalb brauchen wir Alterskennungen der Nutzer. Es muss auch eine Moderation her, die wirklich funktioniert. Und man braucht so etwas wie eine Polizeistreife im Netz, die die Kinder im Chat oder im Game um Hilfe bitten können.

Es gibt aber Vorbehalte, weil viele sagen, dass das Internet ein freier Raum sein muss.

Da ziehe ich den Vergleich zu den Grünen, zur Jugendbewegung und zu den 68ern: Diese euphorischen Bewegungen hatten genau wie die im Netz stets Vorbehalte gegen Regeln. Sie behaupten, dass die Welt durch ihre Ideen besser wird und das mit der Sexualisierung kein Problem sei. Keiner merkt, dass längst Trittbrettfahrer an Bord sind, die ganz andere Pläne haben.

Was also müssen wir tun, um Kinder und Jugendliche im Netz, aber auch in gesellschaftlichen Institutionen besser zu schützen?

Wir müssen lernen klar auszusprechen, was bei Missbrauch passiert. Die Vorgänge bei den Grünen waren nicht nur eine Debatte über Pädophilie, sondern reale sexuelle Gewalt gegen Kinder. Und wir müssen begreifen, dass wir im Netz vor einer völlig neuen Frage stehen: Unsere Kinder brauchen in einer sexualisierten Kultur, die sie mit Nacktbildern überschwemmt, besseren Schutz.

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