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Unabhängig aufklären, jetzt!

Johannes-Wilhelm Rörig darf die Aufklärung des grünen Missbrauch-Morastes in Berlin und des Hausmeister-Projektes des Senats nicht weiter den Institutionen überlassen. Die neue Kommission hat ihre ersten Auftrag

In den letzten Tagen ist aus Berlin wieder so einiges an pädosexuellen Verstrickungen bekannt geworden.

Manches wusste man schon – wie die von Welt und Morgenpost frisch aufgebrühte Geschichte vom Pädo-Hausmeister-Projekt unter Helmut Kentler. Die taz-Kolleginnen Nina Apin und Astrid Geisler hatten die Geschichte 2013 schon einmal gründlich aufgeschrieben, (Langversion hier) Zartbitter hatte es 1994 erwähnt und, nicht zu vergessen, steht es in dem Buch Leihväter von Kentler* aus dem Jahr 1989 (!).

Anderes übersteigt jedes Vorstellungsvermögen – nämlich die Möglichkeit, dass die Berliner Grünen in ihrem vermeintlichen Aufklärungsbericht mehr verschwiegen als enthüllt haben. Darin geht vornehmlich um laute Entschuldigungen und Allgemeinplätze, wie den, dass es den Tätern damals gelungen sei, sich als Opfer zu stilisieren: 

Bei den Grünen gab es aber keine wolkige „Pädophilie“-Debatte, sondern knallharten Missbrauch. Es gibt zum Beispiel inzwischen die starke Vermutung, dass in der Alternativen Liste, den Vorläufern der Grünen in Berlin, eine pädosexuelle Viererbande einen kleinen Pädo-Staat im Staate der grünen Libertinage und der Hörigkeit zur sexuellen Befreiung errichtet hatte. Die Verbrechen, die darin begangen wurden, gehen weit über das hinaus, was bisher denkbar schien: Wahrscheinlich gab es aus der grünen Partei heraus so etwas wie eine organisierte Pädokriminalität, die bis zur Herstellung von Kinderpornografie und der Praktizierung von Kinderprostitution reicht.

Aber egal, ob wir von Kentlers „liebende Hausmeister“-Projekt schon wussten oder wir uns die Pädo-Bande bei den Grünen nicht vorstellen könnten, eins ist klar: Die Grünen, der Berliner Senat und auch die unaufhörlich voyeuristisch-repetitive Presse sind überfordert, Licht in diese Taten zu bringen. Es wird Zeit, dass eine unabhängige Aufklärung die Verdachtsmomente und Vorwürfe schonungslos überprüft. Dazu gibt es bald eine eigene Kommission beim Unabhängigen Beauftragten gegen sexuellen Kindesmissbrauch, Johannes-Wilhelm Rörig. Der Bundestag hat die Weichen gestellt, damit eine solche Kommission ab 2016 die Arbeit aufnehmen kann. Sie hat in meinen Augen ihren ersten Auftrag schon auf der Agenda: Die Aufklärung der Berliner Verhältnisse. Die Grünen sind unfähig, sich selbst aufzuklären. Der Senat denkt inzwischen darüber nach, eine eigene Aufklärung in Gang zu setzen.

Johannes Rörig und sein Betroffenenrat also müssen diesen Job baldmöglichst an die Kommission übergeben.

Es wird Zeit, dass der Staat Nachfolgegruppen der Wandervögel und Pfadfindern, Reformpädagogen und 68ern nachhilft, ihre ’sexuell befreite‘ Vergangenheit zu erforschen. Das heißt, es braucht, wie in Großbritannien und den USA, offizielle Untersuchungskommissionen, die Zeugen vernehmen, Strukturen untersuchen und Berichte anfertigen. Wenn Gründereltern ihren heute erwachsenen Kindern nicht davon erzählen wollen, ob und wann Erzieher in Kinderläden Doktorspiele mit ihnen machten, dann sollen das eben Psychologen und pensionierte Staatsanwälte und Verfassungsrichter in staatlich eingesetzten, aber unabhängigen Aufklärungskommissionen tun.

Es geht nicht um Schauprozesse. Aber die Öffentlichkeit – und vor allem die Betroffenen – haben ein Recht darauf zu erfahren: Wie kam es zu dem Berliner Projekt, bei dem benachteiligte Jugendliche offiziell an Pädophile übergeben wurden, die als vermeintlich liebevolle Leihväter agieren sollten? Wie waren den Grünen nahestehende Kommunen auf dem Dachsberg in Nordrhein-Westfalen und in Nürnberg möglich – und welche Akten gibt es dazu bei Polizei und Behörden? Was geschah genau bei den Berliner Grünen in den 1980er und 1990er Jahren? Hat die Partei es womöglich zugelassen, dass aus ihren Reihen Jungen aus Kreuzberg zur Kinderprostitution gezwungen wurden?

Füller, Die Revolution missbraucht ihre Kinder, 2015

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Helmut Kentler. Leihväter: Kinder brauchen Väter, 1989.

* Der wissenschaftliche Berater des Berliner Projekts war Helmut Kentler, ein Sexualforscher und prägender Vordenker für die Legalisierung von sexueller Gewalt gegen Kinder. Komme es zwischen der pädophilen Pflegeperson und dem Pflegekind zu Sex, so schrieb Kentler, könne dies „als sehr positiv beurteilt werden, wenn die sexuelle Beziehung als eine wechselseitige Liebe zu charakterisieren ist und wenn sie über längere Zeiträume dauert.“

 

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